„Be the change!“: Was bewegt die junge Zielgruppe in Sachen Umweltschutz?

Als Kommunikationsagentur für junge Zielgruppen und Familien sind wir ständig in Kontakt mit Kids, Teens, Eltern und Pädagogen. So können wir als Experten unsere Kampagnen passgenau abstimmen und die Zielgruppen durch entsprechende Konzepte erreichen. Wichtig ist für uns besonders die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Was interessiert sie? Wie gestalten sie ihren Alltag?

Wichtige Themen der Generation Z sind Umweltschutz und Nachhaltigkeit. „Der Klimawandel macht mir große Angst“, wurde als Aussage von 73 % der Kinder und Jugendlichen in der Umweltschutz-Jugendstudie des Bundesumweltamts getätigt.  Daher wünschen sie sich auch, dass der Klimawandel und seine Folgen verstärkt in der Schule besprochen wird. Weil der Klimawandel nicht in allen Lehrplänen der Bundesländer explizit enthalten ist, liegt es teilweise an den Lehrern und Lehrerinnen, das Thema zusätzlich aufzunehmen. 

 

Einbindung von Umweltthemen in den Lehrplan

Wir haben ca. 90 Lehrer in einer nicht-repräsentativen Umfrage befragt und dabei spannende Insights erhalten. Mit drei von ihnen fand ein längeres, persönliches Gespräch statt. Wie stehen sie zum Thema Umwelt und wie nehmen sie das Interesse der Schüler und Schülerinnen wahr? Eines wurde deutlich: Viele jüngere Kinder wissen nicht, welche Konsequenzen ihr Verhalten hat. Und hier wird der Stellenwert der Schule noch einmal deutlich, denn es gibt durchaus die Beobachtung auf Lehrerseite, dass der Schulhof und die Klassenzimmer vermüllt hinterlassen werden. Das Problem liegt laut der befragten Lehrerinnen und Lehrer oft bei den Eltern, die ihren Kindern den sensiblen Umgang mit der Umwelt zu wenig vorlebten. 
Generell hängt das Thema Klimaschutz an Schulen vom Engagement der Lehrer ab und hat viel mit Eigeninitiative zu tun. Sie haben nach eigener Einschätzung einen großen Einfluss auf die Schülerinnen und Schüler und genießen deren Respekt. Deshalb fungieren sie mit der Wahl ihrer Unterrichtsthemen als Multiplikatoren und sind Mitentscheider in der Auswahl außerschulischer Lernorte sowie Ausflugs- und Exkursionszielen. Durch ihre starke Vorbildrolle können sie Kinder also dazu bringen, sich für Nachhaltigkeit, Umwelt und den Klimawandel zu interessieren.

 

Schule hat Einfluss auf die ganze Familie

Die Schule ist noch immer einer der größten Schnittpunkte, wenn es um Wissen und Bildung geht, und sogar der Einfluss auf die Eltern ist nicht zu unterschätzen. Einer der befragten Lehrer berichtete, er habe den Kindern als Hausaufgabe aufgegeben, mit Hilfe eines Geräts den Stromverbrauch von Geräten im Stand-By-Modus zu messen. Die Eltern des Kindes waren überrascht über die Ergebnisse und haben sich auf Grund der Aufgabe vorgenommen, ihr Verhalten hinsichtlich ihres Stromverbrauchs zu ändern. Auch die Aufgabe, den eigenen Wasserverbrauch zu messen, hat in vielen Familien ein neues Bewusstsein für Wasserverbrauch hervorgerufen. 
Es kommt natürlich auch darauf an, wie und wo Nachhaltigkeitsthemen einen Weg in den Unterricht finden. Allerdings bestätigten Lehrer, dass jedes Schulfach Anlässe biete. So wird zum Beispiel in einer Berufsschule in der Englischprüfung über neue Energien als gesellschaftsrelevantes Thema gesprochen. Grundsätzlich scheinen Lehrerinnen und Lehrer laut unserer Umfrage sehr engagiert zu sein, Umweltthemen in den Unterricht einzubauen.

 

Weitere Ergebnisse

Laut der Umweltschutz-Jugendstudie des Bundesumweltamts ist die Sensibilität von Jugendlichen für Umwelthemen vor allem ab 14 Jahren hoch. Viele von ihnen legen Wert auf Mobilität,  würden dabei auf ein eigenes Auto verzichten. Auch das neueste Smartphone muss für sie nicht sein, wenn beim Gebrauch eines älteren Modells Ressourcen geschont werden. Immer mehr Jugendliche sind dazu bereit, auf Konsum von Fleisch zu verzichten oder ihn zumindest zu reduzieren. An der Fridays-for-future-Bewegung hat knapp ein Drittel von ihnen teilgenommen, so lauten die Ergebnisse der Umweltschutz-Studie des Bundesumweltamtes.
Das Fazit nach unserer eigenen Befragung betrifft nicht nur die Dringlichkeit des Themas Umweltschutz, sondern auch die Schule als Lernort. Jugendliche sind heute am besten digital zu erreichen, aber die Schule ist nach wie vor einer der wichtigsten Orte, um relevante Themen zu platzieren. Eines ist sicher: Kinder und Jugendliche sind bereits sehr sensibel und engagiert, wenn es darum geht, nachhaltiger zu leben und die Umwelt zu schützen.

 

Samime Kutlu, die unsere Studie als Konzeptionerin begleitete, fasst zusammen: „Erstaunt hat uns die Tatsache, dass viele Kids sich große Sorgen zum Klimawandel machen, aber gleichzeitig wenig fundiertes Wissen über die Thematik zu haben scheinen bzw. mehr darüber informiert werden möchten. Dabei rückten vor allem die Lehrkräfte in den Fokus, die bei den Schülerinnen und Schülern einen hohen Stellenwert haben. Um dieses Thema zugänglicher zu machen, müssen wir die Schülerinnen und Schüler über einen bekannten Lernort, nämlich die Schule, mit vertrauten Lehrkräften ansprechen, denn dann können sie ihren Sorgen als selbstbewusste Persönlichkeiten mit Wissen und Handlungsmöglichkeiten entgegentreten.“

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Laura Fröhlich
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