Die App ist der Eingang zur Marke: Senior Conceptioner Ralph Schollähn über das Interface der Zukunft

Ralph Schollähn ist seit Mai 2021 als Senior Conceptioner bei uns an Bord und bringt eine Menge Erfahrung im Bereich Concept Development und Markenentwicklung sowie -kommunikation mit. Sein bisheriges Arbeitsleben ist geprägt von Branding, er war in führender Position für Unternehmen wie die AUDI AG, die Daimler AG oder den Südwestrundfunk tätig, außerdem kennt er als ehemaliger Creative Director die Agentur-Welt und fühlt sich dort zuhause. Willkommen bei We are Family, Ralph! 

Starten wir mit deiner Freizeit. Was hast du für Hobbys?

 

Ralph Schollähn: Ich mache Yoga, fahre Motorrad und interessiere mich für Menschen. Außerdem liebe ich zeitgenössische Kunst ab 1960. Wenn ich zum Beispiel in Köln am Bahnhof bin, schaue ich mir gerne Gerhard Richters herrlich gestaltete Glasfenster im Kölner Dom an. Ich habe in Düsseldorf visuelle Kommunikation studiert und mir in der nahegelegenen Kunstakademie immer die Abschlussarbeiten der Künstler angeschaut. Von ihnen habe ich die Breite der Kreativität und die freie Gestaltung übernommen.

 

Wie hat sich dein Interesse an Kunst im beruflichen Kontext entwickelt?

 

Ralph Schollähn: Ich hatte in der Schule Kunst als Leistungskurs und habe Zeichnen-Wettbewerbe gewonnen, zum Beispiel beim Motorrad-Design-Wettbewerb „Das Motorrad“. Schon früh habe ich begonnen, alles zu sketchen, und das mache ich bis heute bei Meetings und Telefonaten, male meine Ideen also immer direkt auf. Ich denke mit dem Stift! 
Nachdem ich erst als Designer gearbeitet habe, habe ich bei Audi als Art Director International die Messen weltweit betreut. Den Messeraum zu kuratieren hat mir immer viel Spaß gemacht, denn der Raum war für mich die Verbindung aller Kommunikationskanäle: Von Produkt- und Unternehmenskommunikation über Handshakes mit den Key-Accounts, Gestaltung der Hostessen-Garderobe über Teppiche und Möbel – das war Markenkommunikation auf kleinstem Raum. Heute passiert Markenkommunikation vor allem digital. Ich sage immer: das Interface ist die neue Marke. Im Prinzip ist also jede App ein digitaler Raum. Zusammenfassend könnte man sagen: Die App ist der Eingang zur Marke.

 

Wie findest du es, dass mittlerweile so viel digital passiert? 
 

Ralph Schollähn: Ich finde es super, wie easy Kommunikation über Kontinente hinweg funktioniert, ohne fliegen zu müssen. Für junge Leute ist das natürlich auch etwas schade. Wir haben zwischen 20 und 40 Jahren die Welt bereist. Heute wird aus guten Gründen weniger geflogen. Jedenfalls mag ich digitale Meetings, wenn es nicht gerade zehn Stück am Tag sind, denn Empathie ist auch online machbar. Ich habe noch eine therapeutische Ausbildung, bin Gesprächs- und Gestalttherapeut. Mein Dozent hat immer gesagt: Wenn so ein Einhandsegler im Stress ist, muss der über das Funktelefon seinen Therapeuten anrufen können und dieser muss dem Segler eine Hand über die Leitung reichen. Man muss sich nicht gegenüber sitzen - Empathie geht immer!

 

Was verstehst du unter Unternehmenskommunikation? Wie sieht hier die Zukunft aus? 

 

Ralph Schollähn: Ich vermute, dass die Zeit der externen Influencer vorbei ist. Schon jetzt gibt es nur wenige authentische Marken-Botschafter, weil viele von ihnen gekauft agieren. Für die Unternehmenskommunikation sehe ich folgenden Weg: die Mitarbeiter von morgen werden zu Influencern und Botschaftern und sind nicht länger nur damit zufrieden, am Schreibtisch zu sitzen. Es werden die Firmen gewinnen, die ihren künftigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auch eine echte Entwicklungsmöglichkeit bieten. 
Auch Kunden werden in die Entwicklung eingebunden. Aufgeschlossene Unternehmen bieten immer mehr Möglichkeiten, die eigene Markenwelt kennenzulernen, ob per Werksrundgang oder über eine App. Es geht darum, mehr über die Marke zu erfahren und am Prozess beteiligt zu sein. Konsumenten wollen eine partnerschaftliche Beziehung. Diese ist der Klebstoff zwischen Kunden und Unternehmen. „Together we grow“, lautet das Motto. Die Zukunft der Kommunikation wird zielgerichteter, intimer und hygienischer. Gemeinsam mit jungen Gamedesignern, erfahrenen Markenberatern und unseren Kunden gestalten wir so das Interface der Zukunft.  

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Laura Fröhlich
Social Media, PR & Content

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